Ihre Eintrittskarte in die spannende Welt der Interkulturalität

Interkulturalität

Ja, in fremden Kulturen ist vieles anders. Umso wichtiger ist es, allen Menschen stets auf Augenhöhe zu begegnen.

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Wissen Sie, dass in Ägypten auch Damen bei der Begrüßung aufstehen? Dass es in China als Unsitte gilt, die Stäbchen senkrecht in den Reis zu stecken? Was dahinter steckt, wenn ein amerikanischer Geschäftspartner zunächst noch „seinen Boss fragen“ möchte? Und haben Sie sich schon gefragt, warum Sie Ihr italienischer Geschäftspartner zum Abendessen im familiären Kreise einlädt? Eine fremde Sprache zu verstehen, ist die eine Sache. Kulturelle Codes zu knacken, die andere.

Unweigerlich werden wir alle durch die uns umgebende Kultur geprägt und unsere Gebräuche, Tradition, Sprache, Körpersprache, Umgangsformen und Werte entsprechend geformt. Genau dieser Einfluss erschwert sehr oft das Miteinander unterschiedlicher Kulturkreise.

Was ist Interkulturelle Kompetenz?

Die Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen richtig umgehen zu können nennt man “Interkulturelle Kompetenz”. Und diese kann man sich aneignen. Denn im Zeitalter der Globalisierung mit steigender Migration und einfachen Reisemöglichkeiten ist interkulturelle Kompetenz unentbehrlich. Wer sich in einem weltweiten Markt erfolgreich positionieren möchte, der tut gut daran, die Werte und Weltvorstellungen anderer Kulturen zu verstehen und zu respektieren.

Dazu zählen körpersprachliche Signale ebenso wie Managementgepflogenheiten – um Reaktionen der Geschäftspartner nachzuvollziehen, Missverständnisse schon im Vorfeld zu vermeiden und Fettnäpfchen sicher zu umschiffen. Nicht zuletzt zeugt interkulturelle Kompetenz von Respekt und Wertschätzung für das Gegenüber.

Kulturelle Unterschiede gleich um die Ecke

Viele Unternehmen verstehen die Notwendigkeit kultureller Trainings ausschließlich in Zusammenhang mit Ex-Pats in Ländern mit deutlichen Kulturunterschieden und bieten ihren Mitarbeitern entsprechende Ziellandvorbereitungen an. Doch sehr häufig liegen die Probleme nicht jenseits der Ländergrenzen, sondern gleich um die Ecke.

Selbst in Ländern mit einer gemeinsamen und gleichzeitig trennenden Sprache gibt es deutliche Mentalitätsunterschiede – so trennen uns Österreicher so manches Mal kulturell gesehen Welten von unseren deutschen Nachbarn. Auch innerhalb eines Landes tauchen immer wieder kulturelle Unterschiede auf und führen nicht selten zur Verwunderung über eigenartig anmutende Verhaltensweisen. Der sture Tiroler, der eigenbrötlerische Vorarlberger, der mürrische Wiener – alles nur Vorurteile?

Kulturelle Vielfalt ist alltäglicher Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Zahllose Unternehmen sind interkulturell tätig, sei es als international agierender Betrieb oder aufgrund einer kulturell bunt zusammengewürfelten Belegschaft. Migranten machen mittlerweile ein Fünftel der österreichischen Gesamtbevölkerung aus. Es gibt also durchaus gute Gründe, sich interkulturelle Kompetenzen anzueignen. Wer der Meinung ist, interkulturelle Fähigkeiten seien nicht erforderlich, weil sich sein Geschäftsbereich nur auf Österreich beschränkt, der irrt.

Laut dem Fachmagazin „Psychologie heute“ sind in rund 70 % der Fälle interkulturelle Probleme und nicht mangelnde Leistungen Ursache für das Scheitern einer internationalen Kooperation.

Das Ticket zur Interkulturellen Kompetenz

Zum Glück kann man sich interkulturelles Wissen in entsprechenden Trainings aneignen. Dabei sind Gebräuche, Gestik, Mimik, Sprache, Umgangsformen, etc. natürlich wichtige Aspekte. Doch das grundsätzliche Verstehen von unterschiedlichen Kulturen beginnt beim Bewusstwerden der eigenen kulturellen Prägungen. Es ist unumgänglich, unterschiedliche Kulturen als gleichwertig anzusehen und das eigene Überlegenheitsgefühl abzulegen.

Welche Themen sollte ein wertiges interkulturelles Training beinhalten? Als Einstieg können Zahlen und Fakten dienen, um die Notwendigkeit von interkultureller Kompetenz aufzuzeigen. Kulturstandards, Kommunikationskonventionen und Verhandlungsstrategien, Stereotype und Sensibilisierungsmaßnahmen können mit Hilfe von konkreten Beispielen erklärt werden. Ein Einblick in verschiedene Wertesysteme sowie Verständnisübungen und Tipps dürfen nicht fehlen. Und nicht zuletzt sollten Begriffe, die im interkulturellen Kontext Verwendung finden, behandelt werden. Dazu zählen Interkulturalität, Transkulturelle Kommunikation, Cultural Awareness, Multikulturalität, Kultursensibilisierung, Integration, Inklusion, Ex- und Inpatriation, etc.

Achtung Vorurteil!

Ganz ehrlich, wir alle haben Vorurteile. Amerikaner sind oberflächlich, Russen sind überaus trinkfest, Südamerikaner kommen immer zu spät – und ich bin mir sicher, Ihnen fällt noch eine Menge ein, um diese Aufzählung zu ergänzen! Meistens entstehen Vorurteile durch vorgefasste Meinungen, Unwissenheit, Negativerfahrungen oder als soziale Angstreaktion auf Fremdes. Das Schöne ist, Vorurteile bereichern tatsächlich jedes Training – es gibt kaum anschaulichere Praxisbeispiele und bessere Möglichkeiten, kulturelle Eigenheiten zu pointieren.

Doch im gleichen Maße, wie uns gewisse Verhaltensweisen fremd erscheinen, wirkt unser Verhaltenskodex seltsam für unser Gegenüber. Wenn man sich dieser Tatsache bewusst wird, ist es nur noch ein kleiner Schritt, die Gleichwertigkeit von kulturellen Unterschieden anzuerkennen.

Kulturen auf Augenhöhe

Mit diesem neuen Wissen können etwaige Stolpersteine aus dem Weg geräumt, interkulturelle Reibungsverluste reduziert und peinliche Fettnäpfen vermieden werden. Der erste und wichtigste Schritt ist getan: der Zugang zu anderen Kulturen auf Augenhöhe. Emotionale Kompetenz und interkulturelle Sensibilität dienen als Basis für ein erfolgreiches Miteinander. Nur durch Offenheit und Einfühlungsvermögen gelingt es, Menschen anderer Kulturen und deren spezifische Konzepte der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Handelns zu erfassen. Erst nach dieser Grundsensibilisierung erfolgt der nächste Schritt: die Beschäftigung mit der jeweiligen Kultur in ihrer vollen Bandbreite, um so Umgangsformen, Körpersprache und Tradition zu begreifen.

Es ist wichtig, anderen Kulturen auf Augenhöhe zu begegnen!

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Das neu erlernte Wissen ermöglicht eine erfolgreiche und angemessene Interaktion mit Individuen oder Gruppen anderer Kulturen und somit die Erschließung neuer Zielgruppen. Und auch im privaten Kontext sind die neuen Fähigkeiten von großem Nutzen, ob in der Nachbarschaft, bei der abendlichen Taxifahrt oder im nächsten Urlaub.

Interkulturelle Kompetenz ist also der Schlüssel für gegenseitiges Verständnis und den Aufbau guter Beziehungen. Interkulturelle Kompetenz öffnet Herzen und Türen.

Birgit Bauer - bildungsraum

Über die Autorin

Birgit Bauer ist Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von bildungsraum. Sie ist davon überzeugt, dass eine gelungene Kommunikation, Sprachkompetenz und Verständnis für fremde Kulturen der Schlüssel zum privaten und beruflichen Erfolg sind.

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(2) Kommentare

Tanja Schneider 18. April 2015

Ich hatte das Glück, fünf Jahre im Tschad zu leben und zu arbeiten. Am Anfang war das ein echter Kulturschock. Es ist wichtig, dass man sich der Kultur öffnet und nicht nur in europäischen Kreisen verkehrt. Man sollte versuchen, den Einheimischen ohne Vorurteile zu begegnen. Klar sind sie anders, aber wenn man sich darauf einlässt, ist so eine Erfahrung durchwegs positiv.

antworten
    Birgit Bauer 18. April 2015

    Liebe Frau Schneider,
    vielen Dank, dass Sie uns an Ihren Erfahrungen teilnehmen lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Jahre im Tschad eine unvergessliche Zeit für Sie waren. Und wie Sie selber feststellen, das Kennenlernen einer neuen, anderen Kultur ist immer eine absolute Bereicherung.
    Herzliche Grüße Birgit Bauer

    antworten
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