Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika

Sie haben Spanisch in der Schule gelernt und meinen nun, sich fettnäpfchenfrei sowohl in Spanien als auch in Südamerika durchschlagen zu können? Achtung! Der eine oder andere Stolperstein könnte auf Sie warten. Denn es gibt so einige gravierende Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika.

Sie haben Spanisch in der Schule gelernt und meinen nun, sich fettnäpfchenfrei sowohl in Spanien als auch in Südamerika durchschlagen zu können? Achtung! Der eine oder andere Stolperstein könnte auf Sie warten. Denn es gibt so einige gravierende Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika.

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Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika

Verantwortlich dafür ist schlicht und ergreifend der Verlauf der Geschichte in den beiden Regionen. Die spanische Sprache wurde im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich geprägt, Veränderung und Anpassungen wurden vollzogen und verschiedenste Dialekte erschaffen.

In der Sprache spiegelt sich die Seele eines Volkes. Paul Schibler

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Aus diesem Grund ist es wichtig, die Unterschiede der spanischen Sprache genau unter die Lupe zu nehmen, denn sonst kann es zu immer wieder zu (vermeidbaren) Missverständnissen kommen. Mit diesem Artikel wollen wir dazu beitragen, dass Sie in Spanien oder Südamerika keinen peinlichen Sprachfauxpas erleben.

Tú und Vos

Wer die kleinen aber doch sehr wichtigen Verschiedenheiten der spanischen Sprache in den jeweiligen Ländern nicht berücksichtigt, kann schnell Fehldeutungen verursachen. Wenn man zum Beispiel in Spanien "du" sagen möchte, macht man dies mit "tú", in Südamerika hingegen wird in einigen Ländern (hauptsächlich in Argentinien, Uruguay und Paraguay) "du" mit „vos“ zum Ausdruck gebracht, der wiederum in Spanien für die 2. Person Mehrzahl eingesetzt wird. Dieser Unterschied kann zu entscheidenden Missverständnissen führen und ein sinnvolles Gespräch wird bei falschen Gebrauch erheblich erschwert.

Ustedes

Ein weiterer Unterschied zwischen Spanisch in Spanien und dem in Südamerika ist die Verwendung von „ustedes“. Die Rede ist hier von der 2. Person Plural, denn in Spanien wird dies durch „vostros/-as“ zum Ausdruck gebracht. In Südamerika wird hier allerdings nicht „vosotros/-as“, sondern „ustedes“, mit der Konjugation der 3. Person Plural verwendet. Als Beispiel könnte man die Fragestellung: „Wie geht es euch?“ verwenden, dann würde man nämlich in Spanien „Comó estaís?“ und in Südamerika „Comó ustedes?“ fragen.

Coger

In Spanien wird das Verb „coger“, neben „tomar“, für „haben“ verwendet. In Südamerika hingegen, und dieser Unterschied ist doch beachtenswert, wird „coger“ umgangssprachlich für den Geschlechtsakt verwendet und keinesfalls für "haben". Daher ist gerade in diesem Fall der Einsatz des richtigen Verbs absolut empfehlenswert, um eine peinliche Situation zu vermeiden.

Permiso

Was Sie außerdem über die Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika wissen sollten ist, dass das gesprochene Spanisch in Südamerika höflicher ist als das in Spanien. Nicht nur, dass man im südamerikanischen Spanisch keine Abkürzungen verwendet, da diese traditionell als unhöflich gelten, auch das Verb „permiso“, das so viel wie „Entschuldigen Sie“ oder „Dürfte ich“ bedeutet, wird sehr häufig verwendet. Deshalb gelten Spanier im Volksmund der Südamerikaner auf Grund ihrer schrofferen Art zu kommunizieren oftmals als unhöflich.

Verniedlichung

In Südamerika werden Wörter sehr gerne verniedlicht, beispielsweise „cafecito“ anstelle von „café“. Auch Personennamen erfahren gelegentlich diese Form der Verniedlichung, ein klares Zeichen der Zuneigung.

Palabras

Genauso wie es zwischen dem englischen und dem amerikanischen Englisch Vokabelunterschiede gibt, gibt es diese auch zwischen dem spanischen und dem südamerikanischen Spanisch. Ein Beispiel wäre der Computer, in Spanien heißt dieser „ordenador“ und in Südamerika wird dieser "computadora" genannt. Ein Mobiltelefon heißt in Spanien „teléfono móvil“, in Südamerika hingegen “celular“. Ebenfalls sehr nützlich zu wissen ist, dass die Kartoffel im spanischen Spanisch „patata“ genannt wird und in Südamerika „papa“. Es gibt noch unzählige Wörter, die sich unterscheiden, sodass in diesem Artikel auf Vollständigkeit verzichtet werden muss.

Sie haben Spanisch in der Schule gelernt und meinen nun, sich fettnäpfchenfrei sowohl in Spanien als auch in Südamerika durchschlagen zu können? Achtung! Der eine oder andere Stolperstein könnte auf Sie warten. Denn es gibt so einige gravierende Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika.

Pronunciacíon

Mit „Pronunciacíon“ ist die Aussprache gemeint, denn auch hier gibt es einige Unterschiede zwischen dem Spanisch in Spanien und dem in Südamerika. Nicht nur die Spanier und Südamerikaner haben eine unterschiedliche Aussprache, auch in den verschiedenen Regionen und Orten der beiden Länder gibt es verschiedene Aussprachen, Dialekte und Betonungen der Wörter.

Im Generellen stimmt es, dass die Südamerikaner gerne Silben verschlucken und auch den Buchstaben „s“ oftmals nicht aussprechen, somit ist es für einen Sprachanfänger oft sehr schwierig, dieses Spanisch zu verstehen. Auch die meisten Spanier sprechen kein sauberes Spanisch, denn sie neigen ebenfalls dazu, Buchstaben zu verschlucken und die Verwendung von Abkürzungen erschwert das Verstehen zusätzlich.

Aber wo könnte man als Spanischanfänger „perfektes“ Spanisch hören und sprechen lernen? Grundsätzlich ist das kolumbianische Spanisch am besten zu verstehen, denn die Kolumbianer verschlucken weder Silben noch verwenden sie in der Regel Abkürzungen.

Besorgt wegen all der Unterschiede?

Doch allen Unterschieden zum Trotz: Keine Bange! Denn egal ob Spanier oder Südamerikaner, beide Nationen freuen sich, wenn sich Touristen bemühen, ihre Sprache zu sprechen. Und über den einen oder anderen sprachlichen „Fehler“ kann man wunderbar gemeinsam lachen.

Karin Bornett - bildungsraum Bloggerin

Gastautorin Luna Sumerauer & Co-Autorin Karin Bornett

Dieser Blogartikel ist ein Gemeinschaftswerk von Gastautorin Luna Sumerauer und der freiberuflichen Journalistin und Texterin Karin Bornett (Foto), die den Artikel überarbeitet hat. Vielen Dank dafür!

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