Was Grammatik und Brokkoli gemeinsam haben

Grammatik

Grammatik und Brokkoli haben tatsächlich etwas gemeinsam: sie sind beide unbeliebt - zu Unrecht!

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“Argh! Schon wieder Brokkoli?” Der grüne Verwandte des Karfiols gehört bei den meisten Menschen nicht gerade zum Lieblingsgemüse. Zu Unrecht, denn richtig zubereitet, schmeckt Brokkoli hervorragend. Einen ähnlich schweren Stand hat Grammatik: unbeliebt und vielfach abgelehnt. Aber Grammatik muss, wie auch Brokkoli, nicht langweilig sein.

Grammatik – was fällt Ihnen dazu ein?

Welches Stichwort fällt Ihnen spontan zu “Grammatik” ein? Weckt alleine das Wort in Ihnen einen gewissen Widerstand? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Ich habe eine kleine Umfrage zu oben genannter Frage durchgeführt. Bei den Befragten handelt es sich übrigens um Passanten in der Mödlinger Fußgängerzone, ergänzt durch Kommentare einer Facebook-Umfrage.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Denn das halten sie von Grammatik:

Was fällt Ihnen zu Grammaik ein?

Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie häufig die einzelnen Stichwörter genannt wurden:

Grammatik - was fällt Ihnen dazu ein?

Eindeutig, oder? Viel Freude haben die Befragten nicht am Grammatikpauken, wenngleich sie die Notwendigkeit erkennen. Knappe 83 % geben an, Grammatik sei schlicht und einfach langweilig. 54 % meinen immerhin, sie sei wichtig fürs erfolgreiche Sprachenlernen.

Grammatik muss nicht langweilig sein

Dicke, staubtrockene Grammatikbücher, elend lange Übungsbeispiele, komplizierte Regeln und ein undurchdringliches Gewirr von Ausnahmen haben auch Sie schon einmal zur Verzweiflung gebracht? Es macht für Sie die Sache nicht besser, wenn Sie wissen, dass Grammatik die Gestalt und Schönheit einer Sprache erschließt? Dass sie zeigt, was funktioniert und was nicht? Dass sie die Basis für jede Sprache schafft und Halt und Struktur bietet? Dass sie jenen Kitt darstellt, durch den Einzelvokabel zu zusammenhängenden Sätzen geformt werden?

Wenn Sie ein typischer Grammatikmuffel sind, dann habe ich gute Nachrichten für Sie: Grammatik muss nicht langweilig und schwierig sein. Ehrlich nicht. Es gibt nämlich einen einfachen Trick:

Grammatik muss gut zubereitet sein – ähnlich dem Brokkoli.

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Grammatik – in kleinen, unauffälligen Portionen

Versuchen Sie erst gar nicht, komplizierte grammatikalische Regeln mühsam auswendig zu lernen! Brechen Sie die Sprache in viele kleine Portionen auf, arbeiten Sie mit Bildern, Videos und Satzbausteinen! Ahmen Sie Personen nach, die die Zielsprache beherrschen! Keine graue Theorie, kein langweiliges Grammatikbüffeln: Springen Sie todesmutig ins kalte Wasser und Sie werden sehen: Sie lernen ganz von alleine zu schwimmen.

Reise durch die Welt der Grammatik

Grammatik ist nicht nur ein hilfreiches Werkzeug, um eine Sprache in jeder Hinsicht verstehen zu lernen, sondern ermöglicht einen Einblick in fremde Kulturen. Denn Grammatik und Sprache sind Kulturphänomene. Anders ausgedrückt: Grammatik ist als Komponente der Sprache Bestandteil einer Kultur und in einer Gesellschaft mit einer bestimmten Kultur entstanden. In der Sprache ist das Wissen der Menschen mit diesem kulturellen Hintergrund gespeichert.

Wussten Sie zum Beispiel, dass die Chinesen eine Sprache ohne Zukunft haben? Nimmt diese grammatikalische Besonderheit eventuell Einfluss auf kulturelle Eigenheiten im Land? Wieso haben manche Sprachen nur ein (grammatikalisches) Geschlecht (Englisch), während es in anderen Sprachen zwei (Französisch) oder drei (Deutsch) gibt? Was sagt das über die Sprachentwicklung und damit über die Kultur der jeweiligen Gesellschaft aus?

Grammatik kann auch trendy sein.

Live mitverfolgen lässt sich zurzeit die sprachwissenschaftliche Auswirkung eines aktuellen Missstands auf die deutsche Grammatik: Neue Zeitform Futur III eingeführt, um Gespräche über Flughafen BER zu ermöglichen. Diesen natürlich nicht ganz ernst zu nehmenden Input habe ich übrigens meinem Facebook-Fan Marko zu verdanken. ;-)

Knackige Grammatik

Spätestens durch die Einbindung in kommunikative und spaßvolle Unterrichtselemente verliert die Grammatik an Schrecken. Das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern ist zum Glück – und ich spreche aus Erfahrung – altersunabhängig. Haben Sie schon einmal Memory mit Grammatikregeln gespielt? Oder Mensch ärgere dich nicht? Oder Millionenshow? Jonglieren Sie mit Grammatikregeln, seien Sie kreativ und erleben Sie Grammatik! Apropos Spaß: Lachen aktiviert das Glückshormon Dopamin – und dieses stärkt das Langzeitgedächtnis. Perfekt zum Grammatiklernen, oder?

Birgit Bauer - bildungsraum

Über die Autorin

Birgit Bauer ist Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von bildungsraum. Sie ist davon überzeugt, dass eine gelungene Kommunikation, Sprachkompetenz und Verständnis für fremde Kulturen der Schlüssel zum privaten und beruflichen Erfolg sind.

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Vielleicht hat dieser Artikel Sie auf die eine oder andere Idee gebracht und motiviert, Grammatiklernen zukünftig anders anzugehen. Das würde mich freuen. Wenn Sie eine Spielanleitung für eine der oben genannten Grammatik-Spielvarianten benötigen, lassen Sie es mich wissen!

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(6) Kommentare

Daniela Mayer 14. Juli 2015

Vielen Dank für diesen Betrag!
Ich finde, Grammatik zu beherrschen ist genauso wichtig wie duschen und Zähneputzen – oder Zähne putzen? – Mist, ich glaube, ich brauche Nachhilfe! Bei bildungsraum, oder beim bildungsraum, oder im bildungsraum, oder schreibt man Bildungsraum nicht doch groß oder was jetzt????
Okay, es ist Hochsommer und heiß, aber einfach ist Deutsch nie! Ich geh jetzt besser duschen ;-).

antworten
    Birgit Bauer 14. Juli 2015

    Liebe Daniela,
    danke für den unterhaltsamen Kommentar.
    Zähneputzen oder Zähne putzen? Sprachenlernen oder Sprachen lernen? Wie so oft, steckt auch hier der Teufel im Detail. Steht das Zähneputzen oder Sprachenlernen an (Verwendung als Hauptwort) oder willst du ganz einfach deine Zähne putzen oder eine Sprache lernen (Tätigkeit)? Richtig, einfach ist Deutsch ganz bestimmt nicht!
    Was ich aber mit Sicherheit sagen kann: bildungsraum schreibt man (als Marke) IMMER klein, auch wenn die Bildung bei uns IMMER groß geschrieben wird! :-)
    Liebe Grüße Birgit

    antworten
Seminar Redenschreiben 25. August 2015

„Zur Logik verhält sich die Grammatik wie das Kleid zum Leibe.“ – Arthur Schopenhauer

antworten
    Birgit Bauer 25. August 2015

    Kannte ich nicht – super! Vielen Dank für den Beitrag. :-)

    antworten
Anna 14. Oktober 2016

Vielen dank für die tollen Informationen und die ausführliche Erklärung. Es ist ziemlich hilfreich.

Gruß Anna

antworten
    Birgit Bauer 14. Oktober 2016

    Vielen Dank – ich freue mich, wenn der Artikel weiterhilft!

    Liebe Grüße Birgit

    antworten
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