Motivation für Weiterbildung – der Blick hinter die Kulissen

Motivation

Man sagt, erfolgreiche Menschen seien jene, die lesen statt fernschauen, die hinterfragen statt kritisieren, die lernen, weil sie nicht alles schon wissen, die Veränderungen feiern, statt sie zu fürchten; vor allem aber sind erfolgreiche Menschen jene, die sich Ziele setzen und diese Schritt für Schritt umsetzen. Dieser Artikel ist besonders für alle Gestressten, die schlichtweg keine Zeit und keine Motivation für Weiterbildung haben.

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Vom Projekt zur Work-Life-Balance: Modebegriffe unserer Zeit

In den letzten Jahren sind viele Modebegriffe in unseren Sprachgebrauch aufgenommen worden. Zum Beispiel das Wort „Projekt“. Heute ist ziemlich viel ein „Projekt“. Und es gibt viele „Projekt“-Manager. Dass ein echtes Projekt aber ganz klar definierte Charakteristika hat und sich zumeist von den vielen Alltags-Projektchen komplett in seiner Art unterscheidet, das ist vielen gar nicht klar. Ein anderer solcher Begriff ist „Stress“. Ständig ist jeder im „Stress“. Dass echter und langfristiger Stress aber tatsächlich ein sehr ernst zu nehmendes Krankheitsbild ist, das nicht selten in einem Burnout endet, dessen sind sich die meisten Ge“stress“ten gar nicht bewusst. Burnout ist übrigens auch eines dieser viel zu oft an der falschen Stelle verwendeten Begriffe.

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Und dann gibt es noch die „Work-Life-Balance“. Ein toller Begriff! Wörtlich übersetzt ist es der Ausgleich zwischen Arbeit und Leben. Hm, so weit, so gut. Aber wie sieht das eigentlich aus? Wie kann es bei einem 24-Stunden-Tag, von dem man acht Stunden ruhen sollte, jemals zu einem Ausgleich zwischen Job und Freizeit kommen? Und ist es nicht so, dass wir in unserer „Freizeit“ oftmals Überstunden machen, den Haushalt führen, die Kinder erziehen und sonstige total entspannende Freizeit-Dinge tun?

Alltag: geplant oder verplant?

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Ich habe diesen Sommer ein gutes Zitat gehört, es lautet: „Jeder Mensch hat zwei Leben. Das zweite beginnt dann, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben.“ Ich möchte jetzt nicht allzu pathetisch werden, aber wenn wir morgen umfallen, wie möchten wir uns dann an unseren letzten Tag erinnern? Soll es ein weiterer Tag sein in einem Job, der uns niemals das Gefühl gibt, dass die vielen Überstunden tatsächlich honoriert wurden? 

Ein Tag, an dem unsere Kinder alleine in die Schule fahren mussten, weil wir bereits um 7:00 in der Firma waren, um ein „wichtiges“ Meeting vorzubereiten? Ein Tag, an dem wir wieder einmal unser Workout ausfallen ließen, weil uns einfach abends die Kraft fehlte, um ins Fitnessstudio zu fahren? Diese Liste könnte noch unendlich lang weitergehen …

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Wer kann aber auf der anderen Seite mit einem Strahlen im Gesicht sagen, dass der letzte Tag einer war, an dem wir die Sonne genießen konnten, uns genug Zeit nahmen, um die unfassbar gut riechende Bodylotion auszuprobieren, tolle Gespräche mit unseren Lieben hatten (dafür ist definitv immer viel zu wenig Zeit!), genug Zeit hatten, um etwas richtig Leckeres zu essen, geschweige denn es selber zu kochen, und überhaupt einen schönen Abend verbrachten, ohne ständig vor Erschöpfung zu gähnen? Jeder hat seine eigene Realität und ich bin die Letzte, die sagt: Komm, kündige deinen Job, kauf dir ein paar Entspannungs-CDs und mache Yoga! Aber mal ganz ehrlich, die 24 Stunden sind für jeden von uns gleich lange – und es gibt ja Menschen, die arbeiten, Haushalt führen, Kinder erziehen, Freunde treffen und immer noch genug Zeit haben für die Bodylotion oder die kurze Laufrunde in der Abendsonne.

Individuell Motivation schaffen: der sprichwörtliche Tritt in den Allerwertesten

Was motiviert diese Menschen also? Grundsätzlich ist Motivation alles, was dazu dient, ein Ziel zu erreichen. Und auch hier hat jeder seine eigene Realität, denn das, was mich motiviert oder auch demotiviert, ist ganz individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig. Diese Faktoren sind meine Umwelt, meine Lebensbedingungen, meine Werte, meine Vorbilder oder meine sozialen Fähigkeiten.

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Im Gegensatz dazu stehen die direkten Motivatoren wie zum Beispiel Erfolg, Anerkennung, Lebensinhalte, Verantwortung und nicht zuletzt die Karriereleiter. Wissenschaftlich betrachtet ist dies angelehnt an die Bedürfnispyramide von Maslow bzw. die Zwei-Faktoren-Theorie oder auch Motivation-Hygiene-Theorie von Herzberg. Doch die Theorie ist das eine, der sprichwörtliche Tritt in den Allerwertesten, wenn wir wieder demotiviert sind, das andere.

Geheimtipps zur Motivation – gibt es die?

Eine bildungsraum-Kundin hat vor einiger Zeit den Wunsch geäußert, eine Fremdsprache zu erlernen. Sie ist einerseits sehr motiviert, aber andererseits erscheint es ihr quasi unmöglich, sich neben ihrem Berufsleben auch noch abends mal hinzusetzen und Vokabeln zu lernen. Sie hat uns nach Tipps gefragt, wie sie sich dazu motivieren kann, „es“ durchzuziehen. Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt keine Tipps. Motivation kann man sich nicht außen aufkleben, wenn sie nicht in einem selber oder in nicht genügendem Maße vorhanden ist. Das ist genauso mit kalorienarmen Desserts. Es gibt sie einfach nicht. Und wenn sie dann doch kalorienarm sind, dann handelt es sich um Obst.

 Der Mensch hat nicht nur zwei Leben, er ist auch ein Gewohnheitstier.

Wenn wir etwas wirklich wollen, wenn es uns wichtig genug ist, dann findet sich IMMER ein Weg, um es umzusetzen!

Die Antwort an die Kundin ist nun folgende – sie soll die folgenden Fragen ehrlich für sich beantworten:

  • Können Sie drei Gründe nennen, warum Sie genau diese Fremdsprache lernen möchten?
  • Wie viel Zeit sind Sie bereit, wöchentlich dafür zu investieren? (Kurs und Selbststudium)
  • Was möchten Sie als Erstes tun, wenn Sie die Basics der Fremdsprache können?

Wie schnell haben Sie diese Fragen beantworten können? Mussten Sie lange überlegen? War die Vorstellung, Ihre kostbare Zeit zu opfern, beängstigend? Oder haben Sie lächelnd an das gedacht, was sie machen möchten, wenn Sie die Basics erlernt haben?

Der vermutlich einzige Tipp, den ich an dieser Stelle allen geben möchte, die glauben, dass sie zu gestresst, zu beschäftigt und zu gehetzt sind, ist: Wenn morgen der Tag ist, an dem Sie umfallen, können Sie dann, ohne sich selbst zu belügen sagen, dass Sie in Ihrem Leben alles umgesetzt haben, was Ihnen ein Anliegen war?

Wenn die Antwort „nein“ ist, dann verlassen Sie heute noch ihre Komfortzone, raffen Sie sich auf und tun Sie, was zu tun ist!

Über die Autorin

Justyna Enzi

Justyna Enzi ist Trainerin im bildungsraum und schreibt regelmäßig Blogartikel und Texte zu ihren Kernthemen. Sie hat zwei Wirtschaftsstudien abgeschlossen und lebt auf Grund ihrer Beschäftigung in einem internationalen Unternehmen seit vielen Jahren mitten im interkulturellen Miteinander.

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