Die vier wichtigsten Motive zum Sprachen lernen

Motive zum Sprachen lernen

Sprachen lernen - wozu eigentlich? Wir haben uns mit den Motiven auseinandergesetzt, die Menschen zum Sprachenerwerb motivieren.

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Die beiden Autorinnen Birgit Bauer und Justyna Enzi können ein Lied davon singen, wie wichtig und schön es ist, sich verständigen zu können. Zusammen gezählt können sie das sogar in 10 verschiedenen Sprachen …

Motive zum Sprachen lernen

Die Motive dafür, Sprachen zu lernen sind vielfältig – leider verstehen die meisten von uns erst nach ihrer Schulzeit, wie wichtig und vor allem nützlich es ist, Fremdsprachen zu beherrschen. Und zwar nicht nur Englisch, obwohl das mit Sicherheit eine Sprache ist, die viele Türen öffnet. Mit 1,5 Milliarden sprechenden Menschen ist Englisch erwartungsgemäß die meist gesprochene Sprache der Welt, aber nicht die weltweit führende Muttersprache. Diese ist nämlich mit einer knappen Milliarde … Chinesisch.

Wozu nun Sprachen lernen …

Anfang 2014 wurde eine Studie zum Thema „Sprachen lernen“ mit über 2.000 Befragten veröffentlicht.* Ziel der Umfrage war es, herauszufinden, was Menschen dazu bewegt, eine Fremdsprache zu lernen.

Birgit Bauer hat das Ergebnis der Umfrage aufgegriffen und Justyna Enzi hat dieses Rohgerüst in einen launischen (nicht immer ganz ernst zu nehmenden) Blogbeitrag umgeschrieben. Viel Spaß beim Weiterlesen :-)

Motive zum Sprachen lernen

Motiv 1 – 25 %: Der pure Spaß am Sprachen-Lernen

Erstaunlich, dass ein Viertel aller Befragten einfach aus Spaß eine Sprache lernt. Da frage ich – Justyna Enzi – mich schon: Haben diese Befragten keinen Job, keine Familie, keine anderen Interessen? Aber natürlich sehr lobenswert, denn man kann nie „zu viel“ Sprache gelernt haben.

In diesem Zusammenhang, nämlich aus Freude daran, eine Sprache zu lernen, habe ich letztens in Erwägung gezogen, die Gebärdensprache zu erlernen – tatsächlich auch aus Spaß, denn ich brauche sie in dem Sinn nicht. Ich bin nur immer wieder fasziniert davon, wie wunderbar es funktioniert, in der Zeichensprache Emotionen und Gedanken zu vermitteln, wie in einem „ganz normalen“ Gespräch. Allerdings wäre meine Motivation gewesen, eine international überall verständliche Sprache zu können. Dem ist aber nicht so. Es gibt tatsächlich nationale Unterschiede, wodurch ein österreichischer Taubstummer sich genauso wenig mit einem chinesischen Taubstummen unterhalten kann wie ein sprechender Mensch. Vgl. dazu den Artikel „Ist Gebärdensprache international?

Motiv 2 – 23.6 %: Andere Menschen auf Reisen verstehen

Angesichts der gängigen Reisegewohnheiten eines durchschnittlichen Europäers mit den Urlaubszielen Spanien, Italien, Türkei, Kroatien, Griechenland (vgl. dazu „Top 10 der beliebtesten Urlaubsziele“) und somit einer großen Chance, mit Englisch und Deutsch im Urlaub sehr gut durchzukommen, kann es sich auch hier bei den Befragten nur um unterbeschäftigte Personen handeln, oder? Nach der dritten Spanienreise möchte die ambitionierte Oma eben nicht mehr in gebrochenem Englisch im Restaurant bestellen, sondern einen vernünftigen spanischen Satz herausbringen. Klar, dass der vierte Spanienurlaub mit einem Mindestmaß an Vokabular wie „Bitte“, „Danke“, „Guten Morgen“, „Gute Nacht“, „Ich hätte bitte gerne ein Stück Fleisch“ dann noch mehr Spaß macht.

Motiv 3 – 17.7 %: Persönliche Weiterentwicklung

Ab hier finden sich nun Motive, die den arbeitenden Menschen weiterbringen. Knapp ein Fünftel der Befragten ist die persönliche sprachliche Weiterbildung wichtig. Freilich, nach jeder Telefonkonferenz in englischer Sprache, in der man die Hälfte nicht verstanden hat, steigt die Ambition, beim nächsten Mal wenigstens ein Wortkommentar beitragen zu können. Die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, ist bei diesem Motiv auf jeden Fall eine treibende Kraft.

Motiv 4 – 11.4 %: Karriere

Womit wir auch schon bei der sprachlichen Kompetenz im Job wären. Das ist ein ausschlaggebender Grund, um sich beispielsweise als Einkäufer (von was auch immer) endlich für den Chinesisch-Kurs anzumelden, um mit den chinesischen Lieferanten (von was auch immer, also eigentlich von allem) das eine oder andere Wort in deren Muttersprache zu wechseln und die Herstellkosten dadurch noch ein wenig zu drücken.

Es ist unbestritten, dass jegliche Sprachkompetenz den Lebenslauf aufwertet und die Jobchancen deutlich hebt. Es ist kein Zufall, dass bereits seit Jahren im Rahmen eines Bewerbungsgespräches ganz „unerwartet“ gerne ins Englische geswitcht wird bzw. sogenannte Assessment Center, Personalauswahlverfahren, welche sich in der Regel über einen oder mehrere Tage erstrecken und in denen die Kandidaten vor diverse, teilweise sehr stressige, Aufgaben gestellt werden, ebenso gerne in Englisch abgehalten werden.

Meistgesprochene Sprachen weltweit

Weitere Vorteile für Sprachenlerner

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage hat ergeben, dass Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, auf ihre Mitmenschen gebildeter und intelligenter wirken. Genauso, wie auch Menschen mit einer Brille einen wesentlich intellektuelleren Eindruck machen. Richtig?

In der Gehirnforschung ist darüber hinaus weitgehend belegt, dass der rasche Wechsel zwischen Sprachen im Gespräch das Gehirn fordert und die Gehirnfunktionen dadurch optimiert werden. Klar, dass die intellektuelle Beschäftigung, und sei es ein Sudoko-Zahlenquadrat, das Gehirn fordert und natürlich jegliche Form, mit der das Gehirn beschäftigt und gefordert wird, in weiterer Folge Demenzerkrankungen vorbeugt. Genauso wie ein sportlicher Mensch mit großer Wahrscheinlichkeit seltener an Rückenschmerzen leiden wird, als eine unsportliche Person.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ausnahmslos jede Form der Weiterbildung, wobei die sprachliche Weiterbildung sicherlich am „sichtbarsten“ ist, nicht nur wichtig und notwendig ist, sondern in der heutigen Berufswelt vorausgesetzt wird. Englisch in Wort und Schrift reicht heute nicht mehr; verhandlungsfähiges Englisch ist Voraussetzung für jeden Manager-Posten. Denn spätestens bei der zweiten Telefonkonferenz darf niemand stumm bleiben, der bei der dritten Runde noch dabei sein möchte.

* Studie: Rosetta Stone

Bildquellen: Beitragsbild: ©PatrikGöthe/unsplash; Tabelle1©BirgitBauer/bildungsraum.at; Tabelle2©Statista

Birgit Bauer - bildungsraum

Über die Autorinnen

Birgit Bauer ist Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von bildungsraum. Sie ist davon überzeugt, dass eine gelungene Kommunikation, Sprachkompetenz und Verständnis für fremde Kulturen der Schlüssel zum privaten und beruflichen Erfolg sind.

Justyna Enzi

Justyna Enzi ist Trainerin im bildungsraum und schreibt regelmäßig Blogartikel und Texte zu ihren Kernthemen. Sie hat zwei Wirtschaftsstudien abgeschlossen und lebt auf Grund ihrer Beschäftigung in einem internationale Unternehmen seit vielen Jahren mitten im interkulturellen Miteinander.

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