Sie haben keine Zeit zum Sprachenlernen?

keine Zeit zum Sprachenlernen

Mit dem Titel dieses Blogartikels spreche ich Ihnen aus der Seele? Sie haben keine Zeit zum Sprachenlernen? Nun ja, Mark Zuckerberg hatte genügend Zeit dafür. Und dabei ist er vermutlich nicht gerade unterbeschäftigt. Es war seine persönliche Herausforderung für das Jahr 2010: Mandarin lernen.

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Also auch nicht unbedingt eine Sprache, die man locker aus dem Ärmel schüttelt. Da muss man Vokabel büffeln, neue Satzstrukturen lernen, sich mit völlig anderen Grammatikregeln auseinandersetzen und Schriftzeichen studieren. Ich habe mir das Video angesehen, das zeigt, wie er in China neue (Facebook-)Fans gewinnt. Freilich, ich kann nicht beurteilen, wie fehlerfrei sein Mandarin ist, aber das Publikum scheint begeistert zu sein. Aber sehen Sie selbst: Mark Zuckerberg spricht Mandarin – ein Videobeweis.

Das gibt zu denken. Denn wenn ein Mann, der eines der größten internationalen Unternehmen leitet, eine komplexe Sprache innerhalb eines Jahres lernen kann, kann ich mit meinen Ausreden einpacken. Aber zumindest bin ich nicht alleine. Denn immerhin ein knappes Viertel aller Personen, die das Unternehmen „Sprache lernen“ angehen, scheitert letztendlich am Faktor Zeit (siehe Diagramm).

Welche Probleme gibt es beim Sprachen lernen?

Keine Zeit zum Sprachenlernen – eine faule Ausrede?

Ich behaupte: ja! Sie haben mehr Zeit, als Sie denken. Immerhin sitzen Sie jetzt hier und lesen diesen Blogartikel, haben davor Facebook-Posts gelesen, ein Youtube-Video angesehen oder die Stapel auf Ihrem Schreibtisch umsortiert. Nicht, dass Sie diese Dinge nicht tun sollten, aber es lässt vermuten, dass Sie auch ein klein wenig Zeit fürs Erlernen einer Fremdsprache hätten.

Das Zauberwort

Das Zauberwort heißt Zeitmanagement. Und noch eines hätte ich für Sie: Motivation. Oder: Überwinden des inneren Schweinehundes. Apropos, hat Ihrer einen Namen?

Wir sind alle viel beschäftigt, mit einem vollen Terminkalender und langen To-do-Listen. Und selbst diese müssen noch geschrieben werden. Der Haushalt macht sich nicht von alleine, die Kinder müssen umsorgt werden, der Familienhund verlangt seine Ausgänge.

Es ist nicht einfach, all das unter einen Hut zu bekommen, aber es gibt Profis, die dabei behilflich sind und gute Tipps geben. Empfehlen kann ich zum Beispiel Claudia Kauscheder, die in Ihrem Abenteuer-Homeoffice sogar ein gratis Webinar zu diesem Thema anbietet: Fehler im Zeitmanagement. Vorbeischauen lohnt sich!

Das eigentliche Problem: Motivationsmangel

Aber zurück zu meinem Thema. Wenn’s denn nicht Zeitmangel ist, woran fehlt es dann? Das Diagramm verrät es: 16 % der Befragten können sich entweder nicht aufraffen, eine neue Sprache zu lernen, oder verlieren nach kurzer Zeit des Sprachstudiums die Motivation. Nach über zwanzig Jahren in der Weiterbildungsbranche und vielen Gesprächen mit mehr oder weniger willigen Lernenden kann ich nur sagen: Die Dunkelziffer ist höher; mangelnde Motivation ist der wahre Grund – und Zeitmangel die willkommene Ausrede.

Menschen wollen keine Sprache LERNEN, sie wollen eine Sprache KÖNNEN. Aber, wie es so schön heißt, von nichts kommt nichts.

Es ist nun wirklich keine Überraschung, dass Motivation der Schlüssel zum Erlernen einer neuen Sprache ist. Motivationsverlust ist auch die Hauptursache dafür, dass Ziele aufgegeben werden, sei es der Erwerb einer Sprache, sei es das Beherrschen eines Musikinstruments, sei es eine sportliche Herausforderung. Wenn wir keinen Fortschritt in unseren Unternehmungen WAHRNEHMEN, neigen wir dazu zu glauben, dass wir keinen Fortschritt SCHAFFEN. Das Interesse schwindet und wir geben auf.

Wie komme ich aus dem Dilemma?

Ich kenne das und Sie vermutlich auch. Doch wie können wir das verhindern? Wir sollten Maßnahmen ergreifen, die den Druck von uns nehmen und das Interesse hoch halten. Wir sollten akzeptieren, dass die Fortschritte einmal rascher und einmal schleichender kommen, und darauf vertrauen, dass wir dazulernen, auch wenn wir scheinbar stagnieren. 

Wenn Sie das nächste Mal kurz davor stehen, Ihren Plan, eine Fremdsprache zu lernen, zu verschieben, denken Sie an Mark Zuckerberg und geben Sie sich einen Ruck. Ach ja, und bevor ich’s vergesse: Mark Zuckerberg hat soeben bekannt gegeben, dass er 2015 plant, jede zweite Woche ein Buch zu den Themen fremde Kulturen, Glauben oder Technologien zu lesen (A Year of Books). Wäre es somit nicht Zeit für Ihre persönliche Challenge?

Birgit Bauer - bildungsraum

Über die Autorin

Birgit Bauer ist Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von bildungsraum. Sie ist davon überzeugt, dass eine gelungene Kommunikation, Sprachkompetenz und Verständnis für fremde Kulturen der Schlüssel zum privaten und beruflichen Erfolg sind.

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(2) Kommentare

chkonstantinidis 16. Mai 2015

Hallo Birgit, sehr schöner Artikel!
Vor allem gefällt mir, dass wir uns immer einig sind.

„Keine Zeit haben“ ist tatsächlich in den meisten Fällen wirklich nur eine Ausrede – es gibt so viele Möglichkeiten, eine Sprache in den Alltag zu bringen.

Dabei müssen andere Tätigkeiten nicht einmal aufgegeben werden: Man kann beim Sport fremdsprachige Hörbücher hören, beim Autofahren Podcasts, man kann die Startseite seines Webbrowsers auf eine Zeitung des bevorzugten Landes umstellen (so bringt man noch den Flair der großen weiten Welt ins Wohnzimmer, mit „Le Monde“, „The Times“, „Corriere della Sera“), Kochrezepte in Rezeptportalen auch in der jeweiligen Sprache suchen … Es gibt so viele Möglichkeiten – da ist Kreativität und Fantasie gefragt. Und das Wichtigste: Begeisterung und Eigeninitiative.

Die wecken auch wir (hoffentlich), die Lehrer – wenn die Schüler und Sprachkursteilnehmer feststellen, dass uns die Sprache und das Lernen an sich Spaß und Freude machen, dann färbt das vielleicht ab. Das berühmte „Leuchten in den Augen“ ist vielleicht doch ansteckend…

Liebe Grüße
Christine

antworten
    Birgit Bauer 16. Mai 2015

    Liebe Christine,
    tja, so ist das wohl bei uns „Sprachen-Junkies“ – nun müssen wir uns nur noch effektive Überzeugungsarbeit leisten. ;-)
    Danke auch für die wertvollen Zusatztipps in deinem Kommentar!
    Alles Liebe Birgit

    antworten
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